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Titel 25 km von Berlin

9. Alles Sieger


Der Zieleinlauf ins Berliner Olympiastadion ist einfach unvergleichlich: Erst bei gedämpftem Neonlicht in die Katakomben, dann durchs Marathontor ins Stadion, Videowand die vollbesetzten Tribünen, der Jubel der Zuschauer, die blaue Tartanbahn, die Live-Moderation über die riesige Lautsprecheranlage, Bilder der einlaufenden Sportler auf der gigantischen Videowand, die spürbare Erschöpfung nach 25 Kilometern, das Wetter, die Bilder im Kopf - und nun endlich am Ziel der Reise angekommen, zu Hause, geschafft!
Ein paar Schritte lang entspannen, vorbeugen, durchatmen, Luft holen, die dem einen oder anderen von uns gegen Ende schon fehlte, Hände schütteln oder aufeinander schlagen, Umarmungen, Glückwünsche, Dankesworte für die hilfreichen Aufmunterungen oder die treue Läuferehrung Begleitung auf der letzten Etappe der Strecke.
Dann kommt die erste Belohnung für die geleistete Arbeit: mehrere Helferinnen stehen bereit, um uns die verdienten Finisher-Medaillen über den Kopf zu streifen. Wir tragen sie mit Stolz, wohl wissend, was wir in den letzten 150 Minuten (oder mehr, oder weniger) geleistet haben.
Die ersten Blicke gehen über die Sitzreihen der Tribünen: Kommen die Angehörigen zu mir, muss ich sie suchen, was passiert als nächstes? Perspektivwechsel:
ich steige auf die Tribüne, schaue mir das bunte Treiben jetzt von oben an. zwei Sieger nach dem Lauf


Da lachen mir Sieger entgegen, Gesamtzeiten oder Platzierungen sind nicht so wichtig.
1:30 - 2:00 - 2:30 - jeder steckt sich seine eigenen Ziele, die Erfolge sind, daran gemessen, immer relativ. Wichtiger ist, dass die Freude rüberkommt, und sie kommt! Nicht immer, aber überwiegend.
Guten Grund zu Strahlen haben die Gesamtsieger: Musjoki Chepchirchir
Patrick Musyoki Makau (01:14:22) hat bei den Männern seinen Vorjahreserfolg wiederholt, trotz der hohen Temperaturen nur 14 Sekunden langsamer als 2006, und souverän genug mit über einer Minute Vorsprung vor dem Zweiten William Kiplagat. Medaille Bei den Frauen war Flomena Chepchirchir in 01:25:38 deutlich schneller als Vorjahressiegerin Peninah Arusei, die trotz leicht verbesserter Zeit von 01:26:17 diesmal nur Zweite wurde. Alle vier kommen aus Kenia.

Nicht für Kenia, sondern für den VfL Bokel lief und berichtete dieser strahlende Athlet im etwas fortgeschritteneren Alter, der nun stolz seine Jagdtrophäe präsentiert: Das stilisierte Rund der blauen Rennbahn in glänzende Bronze gegossen und an ein schwarz-rot-goldenes Halsband geheftet - die Medaillen der 25 km von Berlin sehen jedes Jahr anders aus, nirgends sonst wird das Metall Jahr für Jahr immer wieder so neu und kreativ gestaltet wie hier.
Und selten war es so verdient wie heute: 60 Bilder sind unterwegs entstanden, 26 weitere vor- und nachher.
Ein Gutteil davon war und ist auf diesen Seiten zu sehen - hoffentlich mit Wohlgefallen.
Ach ja, bevor ich es ganz vergesse: unser Läufer vom Anfang, der mit der Marschtabelle auf dem Unterarm - beim Halbmarathon lag er noch drei Minuten besser als 2006 - am Ende war er dann sogar eine Minute langsamer, fast 2:05. Ziel verfehlt - war's die Hitze? Oder das schon vorher etwas lädierte Knie?

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© Mai 2007 Hendrik Lehmann/ALG-VfL Bokel